Die erste urkundliche Erwähnung Orleshausens ist im Jahre 1365 belegt. Der Name leitet sich vermutlich aus der frühmittelalterlichen fränkischen Besiedlung ab, auf was der Namensbestandteil „-hausen“ hindeutet. Der Name stammt möglicherweise von einem „Ortlip“ ab, der das Land behauste („be-hausen“). Lage: Orleshausen liegt 3 km westlich von Büdingen an der Seemenbachaue. Höhe:167 m ü. NN Fläche: 3,19 km² Einwohner: 764 Eingemeind.: 1972 Postleitzahl: 63654 Vorwahl: 06042 (stand: 08.2009) . Quelle: Wikipedia    

 

Dorfgeschichte

Nur wenige werden das kleine Bauerndörfchen Orleshausen unweit Büdingens kennen, das sich auf der linken Seemenbachseite ausbreitet. "Urlibishausen" heißt es 1322 erstmalig in einer Urkunde,  Urlaushausen" wird es 1466 genannt, was bedeuten soll: „Zu den Häusern des Orlof“ – oder, wie andere meinen, „Ortliebs Behausung“. Eine langgestreckte Straße zieht sich durch das saubere Dorf. Schmucke Fachwerkhäuser von schönen Gärten umgeben, verleihendem Dorfbild ein besonderes Gepräge. Den Mittelpunkt des Ganzen bildet das im Jahre 1769 unter dem Grafen Ludwig Casimir von Ysenburg von dem Schultheißen Joh. Caspar Schliesser errichtete Schulhaus mit seinem niedrigen Türmchen. In ihm hat die Gemeindeglocke ihren Platz. Einstrief sie die Gesamtgemeinde zusammen, wenn es galt, wichtige Beratungen abzuhalten. Bei Feuer und Sturm warnte sie die Bauern mit ihrem ehernen Ton. Später diente sie als Schulglocke oder begleitete mit ihren ernsten Klängen den verstorbenen Erdenbürger zu seiner letzten Ruhestätte. In älterer Zeit bot das Dörfchen ein Bild deutscher Kleinstaaterei. Durch die Landesgrenze, die sich als Landwehr von Büches quer durch Orleshausen über den „Landstein“ nach Calbach zog, wurde das Dorf in zwei ungleiche Teile zerschnitten. Dabei ergab sich die Merkwürdigkeit, dass ein Wohnhaus genau auf der Grenze stand. So wurde die Küche „zweiherrisch“ gemacht. Der Grenzstein, mit dem Eppsteiner Wappen einerseits und dem Ysenburger Wappen andererseits, stand neben dem Wasserstein. Eine "Flucht ins Ausland“ wurde dadurch wesentlich erleichtert…

 

Der größere Teil des Dorfes zählte von jeher zur Grafschaft Ysenburg und damit zum Gericht Büdingen. Dorthin ging man auch zur Kirche und Schule. Auf dem Kirchhof Großendorf bei Büdingen beerdigte man die Verstorbenen. Anders war es im kleineren (westlichen) Teil des Dorfes. Er gehörte von Anbeginn zur Glauburger Mark, dem späteren Landgerichtsbezirk Ortenberg, der auch die Herrschaft Ortenberg ausmachte. Seine Bewohner nahmen an den Nutzungender Glauburger Markteil und waren "dingpflichtig" gegenüber Ortenberg. Bei kleneren Streitigkeiten war das Düdelsheimer Gericht zuständig. Nachdem bei der Teilung der Landgerichtsbarkeit 1601 das Gericht Düdelsheim "ysenburgisch" wurde, war ganz Orleshausen nur noch einem Herrn "botmäßig". Aber die„Düdelsheimer Seite“ des Dorfes gehörte nach wie vor zum Gericht Düdelsheim, dorthin ging man auch zur Kirche und Schule. Die Verstorbenen bestattete man neben der Düdelsheimer Kirche.    

   

Mit Rücksicht auf die weiten Entfernungen und die mangelhaften Wegverhältnisse, nahm die „Büdinger Seite“ schon in derersten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen eigenen Schulmeister an. Der erteilte seinen Unterricht vermutlich in einer Bauernstube. Die „Düdelsheimer Seite“ war vernünftig genug, ihm auch ihre Kinder anzuvertrauen. Aber sie weigerte sich hartnäckig, ihren Verpflichtungen gegenüber der Düdelsheimer Schule nachzukommen, weil sie ja schon nach Orleshausen ihren Schullohn und das Schulkorn lieferte. Ein deshalb von 1730 bis 1735 geführter Prozess fand schließlich durch einen Vergleichseinen Abschluss. Die Büdinger Regierung tat sich lange Zeit schwer, das Dorf Orleshausen auf allen Gebieten zu vereinheitlichen. Dennoch konnte sie ihre Bemühungen noch im 18. Jahrhundert erfolgreich abschließen. Man schlug die „Düdelsheimer Seite“ dem Gericht Büdingen zu und erbaute1769 das, für beide Dorfteile bestimmte, Schulhaus. 1776 wurde ein eigener Friedhof angelegt und seither gehört auch die "Düdelsheimer Seite" der Pfarrei Büdingen an. Damit hatte man vielem Dorfhader für immer ein Ende bereitet. 

Aus: Hans-Velten Heuson, Büdingen gestern und heute

 

Orleshäuser Heimatlied

Wo die Hardeck ragt zu dem Himmel empor, Wo der Seemenbach fließt aus den Bergen hervor, Wo die Wälder rauschen im Frühlingswind, Wo am Wiesenrain spielet manch fröhliches Kind:

Mein Heimat ist schön im sonnigen Mai.

 

Wenn wir stehen am Berghang und schauen ins Tal, Ei da grüßen viel Dörfer und Wälder zu mal. Unser Städtchen das schöne alt Büdingen winkt, Wenn drüben am Glauberg die Sonne versinkt, Und da sing ich und jauchze ins Tal so weit:

Mein Heimat ist schön zur Hochsommerzeit.

   

Wenn im Scheine des herbstes die Wälder erglühn, Wenn schreiend nach Süden die Schneegänse ziehn, Wenn morgens die Berge verschwinden im Grau, Dann ist unsere Gegend die schönste im Gau. Und verhängt uns der Nebel auch mach mal die Welt:       

Mein Heimat ist schön, wenn´s Herbstlaub fällt.

     

Und grüßen die höhen und Berge im Schnee, Sind hungrig im Walde die Hasen und Reh,    Zieht krächzend der Rabe gar müde übers Tal, Hält frierend der Fuchs sein kärgliches Mahl,    Dann  ziehet die Jugend den Schlitten nach:       

Mein Heimat ist schön, auch am Wintertag.

 

 

 

 

 

 

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